Bauherrenversicherung zur finanziellen Absicherung

Zinssätze und Geld

Sowohl bei Neubauten als auch bei weitgreifenden Umbaumaßnahmen respektive Sanierungsmaßnahmen zählen Bauherrenversicherungen zu den elementaren Absicherungen. Unfälle auf Baustellen sind keine Rarität, Gefahren lauern an vielen Orten. So können Materialen vom Dach auf Passanten herabfallen, Kinder sich beim Spielen verletzen oder Sachgegenstände aufgrund der für eine Baustelle typischen Verunreinigungen beschmutzt werden. Nach deutschem Recht gilt die Pflicht, einer geschädigten Person einen entstandenen Schaden zu ersetzen. Der Verursacher ist im Falle eines Unfalls nicht nur zur Zahlung der Arzt- und Krankenhauskosten verpflichtet, sondern muss auch für einen Verdienstausfall und eventuelle Folgeschäden aufkommen. Weitere hohe Kostenfaktoren könnten sich aus Schmerzensgeldleistungen sowie diverse Nebenleistungen ergeben, wie zum Beispiel Kinderbetreuung, Haushaltshilfe und Ähnliches, welche die geschädigte Person einfordern kann. Der Schädiger haftet mit seinem gesamten Privatvermögen, schlimmsten falls für den Rest seines Lebens, beispielsweise durch eine Rentenzahlung. Besitzt er keine Bauherrenhaftpflicht, kann dies zum finanziellen Ruin führen.

Gefährdungshaftung oder Verschuldenshaftung - irrelevant für Schadensersatzansprüche

Grundsätzlich ist zwischen Verschuldens- und Gefährdungshaftung zu unterscheiden, wobei dies auf die Verpflichtung zur Schadensersatzleistung keinen Einfluss hat. Bei der Verschuldenshaftung verursacht der Haftende in eigener Person den Schaden, auf Baustellen greift das Prinzip der Gefährdungshaftung. Das bedeutet, dass der Bauherr nicht selbst für die entstandene Beeinträchtigung verantwortlich sein muss, um in die Haftung genommen zu werden. Das Axiom der Gefährdungshaftung gilt auch bei widerrechtlichen Handlungen, zum Beispiel wenn eine unbefugte Person die Baustelle betritt und sie dabei selbst oder eine Sache aus ihrem Besitz Schaden nimmt. Die Bauherrenhaftpflicht schützt vor den finanziellen Folgen, die auf den Bauherrn in diesem Falle zukommen können. Je nach Vertrag ist sie bereits in den Bauträger- oder Architektenleistungen verankert, muss aber nicht sein. In diesem Fall stellt die Bauherrenhaftpflichtversicherung Kosten dar, die zu den Bauleistungen hinzuzurechnen sind. Neben der Bauherrenhaftpflichtversicherung gibt es noch weitere Bauherrenversicherungen.

Bauherrenhaftpflichtversicherung inklusive Bauherrenversicherung – perfekte Risikoabsicherung für alle Bereiche

Einige Versicherungsgesellschaften bieten die Versicherung für Bauherren entweder als Einzelversicherung oder als Komplettpaket an. Bei den Einzelversicherungen entscheidet der Bauherr selbst, welche der verschiedenen Baurisiken er absichern möchte, bei den Komplettangeboten sind neben der Bauherrenhaftpflichtversicherung auch andere Bauherrenversicherungen wie die Feuerrohbauversicherung und dergleichen enthalten. Ein Vorteil der gebündelten Versicherungen liegt vor allem darin, dass sie in der Regel günstiger sind als eine Summierung von Einzelversicherungen und die gängigen Bereiche, für die es eine spezielle Bauherrenversicherung gibt, berücksichtigen. Je nach Vertrag und Versicherungsumfang übernehmen die Versicherungen auch Schäden am Bauwerk, die sich erst nach Abschluss der Bauarbeiten herauskristallisieren, wie Feuchtigkeit oder Risse, die durch eine Absenkung des Grundstücks entstehen. Die Höhe der Versicherungssumme und daraus resultierend der Beitrag richten sich nach den errechneten Gesamtkosten für die Maßnahmen, also entweder für die Summe der Baukosten oder der zu erwartenden Sanierung- und/oder Umbaukosten.

Versicherungen für Bauherren im Einzelnen

In der Regel gilt, dass kleinere Bau- und Sanierungsmaßnahmen bis zu einer Höhe von normalerweise circa fünfundzwanzigtausend Euro durch die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt sind. Das heißt, wer zum Beispiel ein zusätzliches Fenster einbauen lässt, muss nicht extra für diese Maßnahme eine Bauherrenhaftpflicht abschließen. In welcher Höhe und Umfang die Privathaftlichtversicherung greift, lässt sich der Police entnehmen.

Bei Baumaßnahmen in größerem Umfang sowie im Rahmen eines Neubaus lohnt der Abschluss einer Bauleistungsversicherung zusätzlich zur Haftpflicht. Sie tritt in Kraft, wenn am Bau selbst Schäden entstehen. Abgesichert sind Sturm- und Überschwemmungsschäden sowie Diebstahl bereits eingebauten Baumaterialien, Diebstahl von Werkzeugen und gelagerte Baustoffe sowie Schäden durch normale Witterungseinflüsse jedoch nicht.

Die Feuerrohbauversicherung ist ebenfalls eine immens wichtige Bauherrenversicherung, denn sie zahlt bei Feuer, Explosion und Blitzschlag. Bestehende Wohngebäudeversicherungen lassen sich so erweitern, dass der Versicherungsschutz auch den Rohbau mit einbezieht, sodass die Feuerrohbauversicherung nicht unbedingt separat abgeschlossen werden muss.

Erfolgt die Befeuerung der Heizungsanlage mittels Öl, das in einem Tank ober- oder unterirdisch gelagert wird, sollte unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes, vor der ersten Befüllung der Tanks, eine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung bestehen. Sie tritt in Kraft, wenn der Ölbehälter zum Beispiel eine Undichtigkeit aufweißt oder während des Baus beschädigt wurde und Öl deshalb ins Erdreich abfließt.

Der Bauherr/die Bauherrin selbst, sowie deren Lebensgefährten, besitzen auf der eigenen Baustelle keinen gesetzlichen Versicherungsschutz. Sie müssen deshalb ein Unfallrisiko separat absichern, insbesondere wenn Eigenleistungen am Bau erbracht werden. Privat Bauhelfer sind per Gesetz gegen einen Arbeitsunfall versichert. Dieser Schutz bezieht sich nicht nur auf Freunde, Bekannte, Nachbarn und Kollegen, sondern auch auf Familienangehörige.