Forward Darlehen - aktuell günstige Zinsen sichern

Was ist ein Forward Darlehen?

Ein Forward Darlehen ist ein Annuitätendarlehen, welches für die Immobilienfinanzierung verwendet wird. Dieses Darlehen wird dem Kreditnehmer erst nach einer bestimmten Forwardperiode ausgezahlt, die bis zu vier Jahre nach Vertragsabschluss nach hinten versetzt werden kann. Die Zeitspanne zwischen dem Abschluss des Vertrags und dem Beginn der Laufzeit bezeichnet man als Forward-Periode. Während dieses Zeitraumes fallen für den Kredit keine Darlehens- oder Bereitstellungszinsen an. Ein Forward Darlehen wird von Kreditnehmern abgeschlossen, wenn diese sich bereits zum Zeitpunkt des Darlehensabschlusses einen zukünftigen Zinssatz sichern wollen. Forwarddarlehen sind somit mit einer Anschlussfinanzierung gleichzusetzen. Interessant ist dies, wenn der aktuelle Zinssatz, den man beispielsweise über einen Darlehensvergleich günstiger ist, als man es für die Zukunft erwartet

Die Zinssicherheit bei einem Forwarddarlehen

Die Zinssicherheit eines Forward-Darlehens wird dem Kreditnehmer mit Zinsaufschlägen berechnet – wie hoch dieser ist, hängt von dem Zeitraum der Forward-Periode ab in Verbindung mit der jeweils gültigen Zinsstruktur. Man unterscheidet zwischen zwei Arten eines Forwarddarlehens – bei einem echten beginnt die Zinsbindungsfrist an dem Tag, an welchem der Kredit ausgezahlt wird, während bei einem unechten die Zinsbindungsfrist sofort beginnt. Zumeist werden die aktuellen Zinsen für das Anschlussdarlehen nach der Zinsbindungsfrist festgelegt. So kann sich der Darlehensnehmer bereits ein bis fünf Jahre vor Fristablauf günstige Bedingungen sichern und somit seine Gebühren für den Restkredit verringern. Dabei entspricht der Kreditbetrag des Anschluss-Darlehens der Restschuld des alten Kredits zum Datum des Auslauftermins. Der neue Kredit wird nicht sofort an den Kreditnehmer gezahlt, sondern erst an diesem Tag.

Das Rechenbeispiel für ein Anschlussdarlehen

Das Finanzinstitut, bei welchem der Darlehensnehmer den Anschlusskredit aufnimmt, überweist der vorherigen Bank zum Ende der Zinsbindung die noch aktive Restschuld – und der Kreditnehmer zahlt dann an den neuen Darlehensgeber die vereinbarten Raten, die sich aus Tilgung und Zins aufaddieren. Für das Festlegen der Zinssätze verlangen die Kreditanbieter gewöhnlich einen Zinsaufschlag von 0,01 – 0,03 Prozent. Dieser Zinssatz fällt für jeden Monatszeitraum an, den der Darlehensnehmer den Vertrag im Voraus abgeschlossen hat. Je länger es dauern wird, bis der Kredit auch wahrgenommen wird, desto höher liegt der Sollzinssatz. Beispiel: Ein Kreditnehmer schließt 3 Jahre vor der beabsichtigten Anschlussfinanzierung eine Prolongation mit zehnjähriger Zinsfestschreibung ab. Der Sollzinssatz ist auf 4,95 Prozent festgelegt, der Zinsaufschlag liegt bei 0,01 Prozent. Insgesamt zahlt dieser Darlehensnehmer somit zehn Jahre auf seine Kreditsumme 5,31 Prozent Zinsen.

Die Lage für einen Anschlusskredit im Jahre 2014

Aktuell (Januar 2014) sind Forward-Darlehen preisgünstiger als durchschnittlich. So werden geringere Zinsaufschläge berechnet – oder auch mitunter gar keine. Sparer erhalten derzeit für kurzfristige Anlagen höhere Zinsen, als dies bei langfristigen Geldanlagen der Fall ist. Für Immobilienfinanzierer heißt dies: Kredite mit einer langfristigen Zinsbindung sind preisgünstiger als jene mit einer kurzen Zinsbindung. Die sonst üblichen Sicherheitsaufschläge (die bei einer Zinsfestschreibung generell berechnet wurden), entfallen derzeit. Kreditnehmer, die derzeit für eine Immobilienfinanzierung Rückzahlungen leisten, können sich mit einem Anschlusskredit das aktuelle Zinsniveau ohne Zusatzkosten sichern. Als Kosten werden hier nur Gebühren dafür berechnet, die Grundschuld umzuschreiben.

Der Ausblick und Tipps für Kunden bei einer Prolongation (= Anschlussfinanzierung)

Der Kreditnehmer profitiert bei einem Forwardkredit, wenn Zinsen zukünftig steigen. Bleiben sie gleich oder sinken, verzögert sich der Gewinn. Wer Forward-Darlehen abschließt, muss diese später auch dann in Anspruch nehmen, wenn die Zinsen in der Forwardperiode gesunken sind. Vorzeitigen Kündigungen stimmen Kreditgeber nur in Einzelfällen zu – dann werden möglicherweise Vorfälligkeitsentschädigungen verlangt. Für Darlehensnehmer, die sichergehen wollen, bieten einige Darlehensanbieter auch mit kurzer Frist kündbare Anschluss-Finanzierungen an. Gegen entsprechende Zinsaufschläge (etwa 0,3 Prozent) erkaufen die Kreditnehmer sich das Recht, den Kredit (nach Quartalsende oder zu einem anderen vereinbarten Kündigungstermin) zu kündigen und auf ein günstigeres Darlehen zu wählen. Hierbei fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Es lohnt sich stets, bei Krediten aller Art im Voraus mit einem Finanzberater einer Verbraucherberatung Kontakt aufzunehmen. Diese Fachleute beraten neutral und nicht mit einem direkten Verkaufsinteresse, wie dies bei einem Bankgespräch der Fall wäre. So können Kunden wichtige und komplexe Entscheidungsgrundlagen vermittelt werden.